Check Interview with Sassy J on Club Bonsoir Website!

Press | 12 August 2009 | Permalink

UNVERSCHÄMT VIELSEITIG

Als Organisatorin der Patchwork Night holt DJ Sassy J immer wieder echte Perlen nach Bern. Kommenden Donnerstag stellt sich die ehemalige RBMA-Teilnehmerin selbst hinter die Plattenteller und bringt uns sommerliches LA LA.

(Interview: Martina Messerli)

MM: 2006 konntest du an der Red Bull Music Academy in Melbourne teilnehmen. Wie muss man sich einen Tag an der RBMA vorstellen?
SJ: Die RBMA sind zwei extrem intensive Wochen, in denen sich alles irgendwie um Musik dreht: Beim Frühstück plauderst du mit den anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen bereits über Musik, danach geht es ab an die erste “Lecture” – sei es mit Derrick May oder Questlove – wo du die Möglichkeit hast deinen Helden oder Heldinnen endlich Fragen zu stellen. Später bist du vielleicht im Studio und probierst Sound Equipment aus oder jammst mit anderen Teilnehmer(inne)n. Am Abend geht’s dann in den Club, wo jemand der Teilnehmenden oder vielleicht du selbst auftrittst.

MM: Inwiefern konntest du oder kannst du noch immer von deiner Teilnahme profitieren?
SJ: Ich denke der Fakt, dass weltweit aus hunderten von BewerberInnen jährlich 2×30 TeilnehmerInnen ausgewählt werden, verleiht einem ein zusätzliches, internationales “Qualitätssiegel”. Es ist weltweit eine super Referenz, und ich profitiere bestimmt davon: Sei es vom problemlosen Zugang zu diversen Plattformen, wie zum Beispiel dem Red Bull Music Academy Radio, wo meine neuen DJ Mixe selbstverständlich heraufgeladen werden, oder hin und wieder von DJ-Bookings, die mit der Academy in Verbindung stehen.

MM: Würdest du Anderen empfehlen sich ebenfalls zu bewerben?
SJ: Klar! Kämpft euch durch den Fragebogen, legt ein Demo bei und schwupps – ab damit ins Couvert und an Red Bull schicken. Und auch wenn es beim ersten Mal nicht klappt, nicht aufgeben!

MM: Du machst unglaublich viele verschiedene Dinge, bist Teil des Kollektivs A FEW AMONG OTHERS, hostest dein eigenes Partylabel, die Patchwork Night, legst selbst auf. Kannst du uns etwas mehr dazu sagen?
SJ: Das A FEW AMONG OTHERS Label, DJ- und Produzentenkollektiv entstand im Jahr 2000. Die fünfköpfige Crew bestand aus DJ Dub, Zukie 173, Marz, Ianeq und mir. Wie es mit Crews so geht, sind wir nach einer intensiven und produktiven Zeit mehr und mehr unsere eigenen Wege gegangen. Das Plattenlabel besteht aber weiterhin und unsere Freundschaften auch!
Mein Weg war Patchwork, welches ich seit 2005 veranstalte. Nachdem wir als Crew zwei Jahre die Partyreihe “Soulstream” in der Dampfzentrale Bern mit Gästen wie Dego von 4Hero oder Alex Bark von Jazzanova ins Leben gerufen hatten, schwebte mit eine Idee einer neuen Clubnacht vor. Sie sollte mehr internationale Live-Acts aus dem “soulfulen” Underground ins Clubbing einbetten. Ob Rap, Broken Beat, Soul oder House: ein Patchwork von Musikstilen. Ich wollte Acts, die ich sonst nur in ausgewählten Städten hören konnte mit einer guten Party vor und nach dem Konzert auch in einem Wasserwerk in Bern hören können. Und so kam es, dass ich diverse Acts am Patchwork zu Gast hatte, die meistens Schweiz-exklusiv auftraten wie TY, Heavy oder Little Dragon.
Seit Anfang dieses Jahres hat Patchwork im Dachstock der Reithalle Bern sein neues zu Hause. Er bietet ein super Soundsystem und eine wunderbare Bühne für die Konzerte und Bühnenbilder! Da ich von den Bookings, über die Flyers, Promo, bis hin zum Auflegen am Abend alles alleine mache und man musikalische Patchwork-Perlen nicht wie Sand am Meer buchen kann, habe ich mich entschlossen die Nacht nicht mehr monatlich, sondern einfach dann zu machen, wenn ich eine Perle im Angebot habe. Darum gilt es sich das Datum für die Patchwork-Nacht stets in der Agenda zu markieren! Das nächste Patchwork wird voraussichtlich am 24. Oktober stattfinden. Mehr kann ich dazu aber noch nicht verraten…

MM: Du beschreibst deinen Style as LA LA-Music. Was ist deine Definition von LA LA ?
SJ: Auf LA LA kam ich ursprünglich durch einen “hippen” Hut den Babs Gonzales bei uns zu Hause trug. Er hatte “LA LA” draufgestickt und mir als kleines Mädchen sehr gefallen. LA LA blieb ein Wort das ich mit der Musik mit der ich aufgewachsen bin verband: Jazz und Soul. Die kleine Sassy J wuchs und ihr musikalisches Universum mit ihr. Zu Jazz und Soul kamen Rap, Fusion, Broken Beat, House, Detroit Techno, Brasilianische Musik, Reggae, Dub, Disco, Boogie, Cosmic Space Synth und noch vieles mehr. LA LA ist Musik die mich bewegt, die ich gerne höre, mich inspiriert, die ich auflege oder zu der ich tanze.

MM: Dir wird nachgesagt ein besonders gutes Ohr für musikalische Rohdiamanten zu haben. Was war deine letzte Entdeckung, die du wärmstens empfehlen kannst?
SJ: So so… Da fühle ich mich ja geschmeichelt! Entdeckungen gibt es zurzeit einige: Theo Parrishs letzte 12-inch auf seinem Label Sound Signature “Going through Changes” – der Track bläst mich einfach weg! Deeper Boogie, auch nicht mehr brand neu, aber super bouncend: “All My Life” von Jayson Bros. Walter Bishops “Speak Low” Album. Natürlich das neue SA RA Creative Partners Album auf Ubiquity!

MM: Und womit wirst du nächsten Donnerstag die Bonsoir-Besucher verwöhnen?
SJ: Sassy J’s LA LA Selection! Sicher sommerlich und sehr tanzbar. Mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Boogie, Disco, Brazil, Detroit, House, Head Banging Beats, Rap, Fusion… Alles ist möglich!

Info:
Sassy J spielt am kommenden Donnerstag (13.8.) im Club Bonsoir.